Ich will Schmetterlinge retten!

Aglais_urticae3

Habe vor ein paar Tagen einen Schmetterling gesehen. Ein bisschen früh im Jahr, aber immerhin vor dem Sturm. Irgendwie sprang sofort mein Kümmermodus an. Dieser einzelne, unzeitige Schmetterling machte mir klar, wie wenig Schmetterlinge ich so in meinem Alltag sehe. Das kann natürlich a) an meinem Alltag liegen oder b) daran, dass es tatsächlich viel weniger gibt als früher.

Ich wohne in einer Straße mit Ein- und Mehrfamilienhäusern. Die eine Straßenseite hat nach hinten hinaus Gärten, die andere Höfe, die aber vielfach auch liebevoll bepflanzt sind. Es gibt kleine Blumenbeete und Kletterrosen vor den Häusern und Balkonkästen zuhauf. Warum keine Schmetterlinge?

Es könnte sein, dass meine Nachbarn zu viele Pestizide einsetzen. Das glaube ich aber nicht. Hier oder da mal, vielleicht. Aber nicht durchgehend und in Mengen.

Vielleicht pflanzen wir alle hübsche Hybriden ohne Nektar? Das kann ich für mein Gemüse und meine Kräuter nahezu ausschließen. Vielleicht rutscht mir da mal etwas zwischen, aber ich achte schon darauf. Und einige Nachbarn habe ich dabei schon beobachtet, dass sie ihre Jungpflanzen auf dem Wochenmarkt am Biostand kaufen.

Sind es zuwenig Überwinterungsmöglichkeiten? Schmetterlinge brauchen Pflanzen, an denen sie sich befestigen können, gerne Gestrüpp. Ich sag’s ja immer: Meine Nachbarn sind zu ordentlich. Andere verstecken sich gern in Holzstapeln, Schuppen, Dachvorsprüngen. Davon gibt es sicher genügend bei uns.

Was es aber nicht gibt, sind Brennnesseln, auf die gerade ein paar der häufigsten Schmetterlingsarten angewiesen sind. Sicher, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und Admiral gehen gern an den Schmetterlingsflieder – als ausgewachsene Tiere. Die Raupen brauchen Brennnesseln. Ich werde als mit Eimerchen und Schaufel beim nächsten Besuch am Bahndamm Brennnesseln klauen und versuchen, sie in einem Kübel zu ziehen. Nö, ich komm mir gar nicht doof dabei vor…

Bild von TocekasEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Pflanzkübel mit Bewässerung 3

Ich habe eine Email bekommen, in der Frank Kurz ausführlich bebildert  beschreibt, wie man Alex Mitchell’s Kübel variieren kann. Mit dieser Variante steht einem Kurzurlaub selbst bei durstigen Tomaten nichts mehr im Wege!

Das System habe ich nachgebaut, verbessert und getestet. Es klappt hervorragend!

Wichtig ist das der Blumentopf mit Seramis gefüllt wird um eine langsame Bewässerung durch dessen Kapillarwirkung sicher zustellen.
Der Deckel des Wasserbehälters sollte auch mit Seramis bedeckt sein und nach Möglichkeit eine Fläche mit dem  Seramis der Blumentopfüllung bilden.

Der verwendete Wasserbehälter fast ca. 10L und reicht für etwa 5 Tage (Eine Tomatenpflanze).
Mein verwendeter Blumenkübel hat ca. 70L Fassungsvermögen.

Bei dem Füllrohr handelt es sich um ein Elektroinstallationsrohr.

Bewaesserung-1
Bewaesserung-2
Bewaesserung-3
Bewaesserung-4
Bewaesserung-6
Bewaesserung-8
Bewaesserung-8

Sciencs Slam gegen Schnecken!!

Santiago_de_Cmpostela._Lesma_07Ich war gestern auf dem Science Slam in der Kieler Pumpe. (Kurze Gedankennotiz für’s nächste Jahr: Frau, sei so früh da, dass du auch einen Stuhl abbekommst!) Einer der Beiträge – nennt man die dann Slams? – ging über Arion lusitanicus, die Spanische Wegschnecke. Angeblich gibt es davon 12 Exemplare pro Quadratmeter. Und ich hatte tatsächlich geglaubt, ich hätte viele in meinem Hof!

Also, die nette Arion, die Salat mag und Patissons und Gurken und die ich nicht mag, wird von mir durch Ignorieren bekämpft. Nicht sehr effektiv, das gebe ich zu. Schneckenkorn habe ich auch schon versucht, aber das schmeckt anscheinend längst nicht so gut wie meine Pflanzen. Wenn ich einen doofen Nachbarn hätte, könnte ich sie ja sammeln und in seinen Garten werfen.

Arion_vulgaris_03

Auf dem Science Slam war eine junge Frau, die einen Anstrich entwickelt hat, der alles so beschichtet, dass Arion nicht daran kleben kann. Himmlische Aussichten: Ich könnte meine Kübel mit dem Zeugs bepinseln und dann tatsächlich Kürbis ernten. Das Zeugs ist noch nicht auf dem Markt, aber träumen können wir doch schon mal: Schnexagon.

Meine Schwerkraft ist kaputt!

Kürbisse gehören ja eigentlich nicht zu den Pflanzen, die elendig lange bis zum Keimen brauchen. Meine schon. Nun endlich ist da etwas sichtbar:

kuerbiswurzel

Mein Kürbis wächst doch glatt mit den Wurzeln nach oben und versteckt die Keimblätter im Substrat. Nach meinen Kenntnissen gibt es darin jedoch zu wenig Licht, sodass das mit der Fotosynthese dort unten schwierig wird. Links die Paprika mückert zwar, hat sich jedoch an die Gesetze der Physik gehalten.

Hinterhof als Frustrationskiller

Ich habe vorhin so ernstlich Frust geschoben. Irgendwie lief nichts, wie ich es hätte haben wollen. Also habe ich im Hinterhof gewerkelt. Jetzt geht es mir wieder besser und ich bin auch ein bisschen stolz auf mich.

Ich habe für die Fensterbank Pflücksalat gesät: einen Lollo Rosso und einen Amerikanischen Braunen. (Wenn ich mal groß bin, erfinde ich Namen für Saatgut)

Außerdem natürlich endlich meine heißgeliebten Tomaten: Dick’s Cocktail, German Gold, Stierherz – Bic’je Serdzef und Marmande. Letztere hatte ich neulich bei einer Samenbestellung als Gratisprobe bekommen. Das ist eine Fleischtomate. Auf der Seite, von der ich diese sensationelle Information her habe (www.tolle-tomaten.de – wieso kannte ich die noch nicht?!) ist bei der Marmande ein Bild, auf der man sehen kann, wie der Stützstab gehalten wird. Sieht empfehlenswert aus, wird ausprobiert.

Den neulich ausgesäten Mais der Sorte Bantam habe ich jetzt mitsamt der Kokosballen in Papppötte gepflanzt und wieder auf die Fensterbank gestellt.

Draußen habe ich die Dreifach Weißen Puffbohnen in einen Kübel gepflanzt und Erbsen Sprite gesät. Zwischen die verbliebenen essbaren Blütenpflanzen des Vorjahres habe ich Samen von Kapuzinerkresse, Tagetes, Wegwarte, Ringelblume und zusätzlich eine bunte Mischung gestreut. Ein Blumenkasten wurde mit Asiasalat (Green Boy, Mizuma, Misome) bestellt.

Dann noch totes Gestrüpp vom Vorjahr aus den Kästen gezupft, den Efeu beschnitten, damit der Weg frei bleibt, und den Hof gefegt. Und dabei habe ich von Anfang an meine Gartenhandschuhe getragen. Das vergesse ich doch immer – ich glaube ernstlich, es war das erste Mal, dass ich mir keine schmutzigen Fingernägel geholt habe.

Es grünt!

Zwei klitzekleine Chilikeimlinge haben sich ans Licht gearbeitet. Ein schönes Geburtstagsgeschenk!

Bisheriger Vergleich zwischen Kokosfaserballen und Papppaletten mit Anzuchterde: Die Pappe schimmelt gern. Ich schnibbele die befallenen Stellen immer weg, aber soviel Lüften kann ich gar nicht.
Die Ballen sehen längst nicht so gärtnerisch hübsch aus, aber sie schimmeln nicht. Und die beiden Schnell-Chilis kommen beide aus Ballen.

Wehe, das schimmelt wieder im Zimmergewächshaus!

kokos-vs-pappeIch habe neue Saat gekauft, neue Anzuchterde, alles neu. Die Gewächshäuser habe ich mit Alkohol ausgewischt und nun neu angesetzt:
In dem linken Gewächshaus wachsen Chilis (Sorten: Anaheim und Black Hungarian), im rechten Aubergine (Violetta die Firenze) und Paprika (California Wonder), links in Kokosballen, rechts in Anzuchterde in Papppötten. Wehe, das schimmelt!!

Meine Chilis schimmeln!

Ich fasse es nicht. Meine frisch gesäten Chilis und Paprikas schimmeln. Das heißt, von denen war ja noch nichts zu sehen, es ist gleich die ganze Erde verschimmelt.

Also neue Erde gekauft, neue samenfeste Saat bestellt und die Plastikgewächshäuser mit Alkohol auswaschen. Wehe, dann klappt es wieder nicht!

Mein Apfelbäumchen

Ich habe schon seit ein paar Jahren einen Apfelbaum im Kübel. Das ist eher Hinterhofdeko als Obst: Bisher waren nur sehr wenige, ganz kleine Äpfel daran, deren Reifepunkt ich jedes Mal verpasst habe. Zwar ist der Baum gewachsen, aber viel Platz nimmt er weiterhin nicht in Anspruch. Dieses Jahr will ich ihn aber etwas in Form bringen, in der Hoffnung auf zukünftiges Wachstum und Ernte. Also musste ich mich schlau machen in Sachen Gehölzschnitt. Und wie der Zufall es so will, habe ich genau den richtigen Moment dafür erwischt:

Ende Februar ist nämlich der beste Zeitpunkt, weil dann der Saft zu steigen beginnt. Und außerdem stören die Blätter nur.

Die Zweige herausschneiden, die in die Mitte wachsen und nur den Weg zu den leckeren Äpfel versperren, und solche, die aneinander reiben oder kreuzen. Bei den Wassertrieben, die senkrecht nach oben wachsen, nur die stehen lassen, von denen ich mir weiteres Wachstum erhoffe. Die unerwünschten Zweige und Trieben bündig abschneiden und keinen Stummel stehen lassen, aus dem sonst im kommenden Jahr ganz viele Wasserreiser wachsen.

Bei meinem kleinen Bäumchen muss ich nicht sägen, die Astschere reicht und so werden wohl eher keine großen Wunden entstehen, sodass ich nicht mit Baumwachs o.Ä. versiegeln muss.

So weit der Plan. Ich bin gespannt. Und das Düngen nicht vergessen…

Tomatoffel – Tomoffel – Tomtato

Es gibt Sachen, die gibt es nicht. Oder es sollte sie nicht geben. Verschiedene Gartencenter bieten dieses Jahr Tomtatos an, bzw. Tomatoffeln – so ganz sicher scheinen sie sich noch nicht mit dem Namen zu sein.

Ein bisschen nachgedacht ist das Ganze gar nicht so spektakulär wie es zunächst scheint. Aus einer Kartoffel und einer Tomatenpflanze kann man per Propfung eine Tomoffel erzielen. Die Frage ist nur: wozu? Den Gag sieht ja doch niemand, weil die Kartoffeln doch in der Erde sind und deutlich nach den Tomaten geerntet werden. Und dann gibt es ja die Krautfäule. Ich will die Kartoffeln ganz, ganz weit weg von meinen Tomaten halten und keineswegs an derselben Pflanze!