Kräuter ernten und lagern

Letztes Jahr hat das nicht so gut geklappt, dieses Mal soll es aber: Meine Kräuter waren fade und müffelig. Das geht besser!

Welche Kräuter kann ich trocknen?

Alle. Aber wer mag schon getrocknetes Basilikum? Also Basilikum genau wie Petersilie oder Schnittlauch lieber gleich hacken und dann mit Wasser als Kräutereiswürfel einfrieren. Zischt bestimmt gut in der Soße…
In meinem Hinterhof wachsen aber auch Minze, Verbene, Thymian, Salbei, Rosmarin, Bohnenkraut.  Außerdem kann ich Blüten trocknen: Lavendel, Oregano, Tagetes…

Ernte

Die meisten Kräuter sollten vor der Blüte geerntet werden. Die Pflanzen sollen trocken sein und Sonne getankt haben. Also am besten abwarten, bis ein paar Tage ununterbrochen Schönwetter war und dann am späten Vormittag (warum?) ernten. Zum Trocknen nur das Beste: unversehrte, gut entwickelte Triebspitzen. Bei  vielen Arten sollte man gleich die Blätter von den Stielen ernten. Bei Minze zum Beispiel ziehen sich beim Trocknen die aromatischen Inhaltsstoffe gleich in den Stiel zurück → fader, blöder Tee. Bei Minze, Melisse und so dann den entblätterten Zweig entfernen. Bei schmalen Kräutern mit festen Blättern (Thymian, Rosmarin) nur die Triebspitzen nehmen, dann wird die Pflanze schön buschig.

Ich lese immer wieder, man solle zur Kräuterernte eine scharfe Schere benutzen. Warum? Ich knipse sie immer einfach ab. Das könnte allerdings den Zustand meiner Fingernägel erklären. Also guter Vorsatz: Ich probier das mal aus mit der Schere.

Nicht waschen (→ Schimmel), sondern nur ausschütteln.

Am besten pro Erntetag immer nur so viel ernten, wie ich gleich verarbeiten kann und auch nur eine Kräuterart. Sonst komme ich durcheinander.  Und die Aromen vielleicht auch. Also ernten – trocknen – eintüten – weitere Art ernten.
Ich bin ja bekennende faule Socke und nehme gleich mein Tablett, mit Küchenkrepp ausgeschlagen, mit nach draußen und die Kräuter kommen gleich darauf. Windstille Tage bevorzugt.

Trocknung

Am besten liegend trocknen: Die Blätter nebeneinander auf Küchenkrepp legen und täglich wenden. Das mit kopfüber hängenden Sträußen hat letztes Jahr so gar nicht geklappt. Die Trocknung sollte innerhalb von zwei Tagen abgeschlossen sein, weil sonst Aromen verduften.

Alternativ kann man einen Dörrapparat benutzen, wenn er auf niedriger Temperatur (≤ 36°C) laufen kann. Mit Thermometer sicher stellen!

Lagerung

Die Kräuter sind fertig getrocknet, wenn sich knistern. Und dann ab in Blechdosen, besser vielleicht noch Braun- oder Blauglas. (Hui, ein Regal mit lauter blauen Gläsern könnte richtig schick aussehen!). Klarglas ließe Licht durch, Papier Luft. Alternativ gingen noch beschichtete Papiertüten. Und: beschriften nicht vergessen.:roll:

Andere Methoden

Kräutersalz

Frische oder getrocknete Kräuter im Verhältnis 1:1 mit hochwertigem Salz mischen – fertig. Das Salz entzieht den Kräutern die Feuchtigkeit. Kräutersalz mit frischen Kräutern luftdicht aufbewahren → Schraubdeckelglas.

Kräuteröl

Darauf habe ich wirklich große Lust: selbstgemachte Kräuteröle. Das Gefäß (großes Schraubdeckelglas, die Flasche ist erst später dran) bis zu ⅓ mit trockenen! (andernfalls → Eintrübung) Kräutern füllen und mit Öl auffüllen. Gut verschließen, dunkel aufbewahren. Täglich schütteln und nach etwa zwei Wochen durch ein feines Sieb abseihen und in die Flasche füllen. Und weil es schöner aussieht, ein frisch geerntetes Zweiglein des Krauts dazugeben. Nicht die ausgelaugten Blätter im Öl belassen. Und wieder: beschriften nicht vergessen.

Das gleiche funktioniert auch mit Essig. Öl klingt leckerer.

Pesto gibt es ja auch noch. Reste mit Öl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren.

Link

Eine mich verblüffende Technik, auch im Winter frische Kräuter zu haben, ist es, diese quasi im Standby im Keller zu halten.

So, jetzt weiß ich, was ich letztes Jahr falsch gemacht habe. Eigentlich alles. Zurück auf Null.

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