Glasperlenmais

Mir erzählte jemand gestern von Glasperlenmais. Darunter konnte ich mir nicht viel vorstellen und meine Neugier war durchaus nicht geweckt. Hartnäckig hielt mir die Person ihr Smartphone unter die Nase und zeigte mir Bilder. Oh, äh: Wow! Das sieht wirklich spektakulär aus. Ich weiß nicht, ob ich das essen möchte, aber zum Angucken ist das wunderbar. Saatgut dazu ist selten, aber ich bin auf eine Seite gestoßen mit nahezu unglaublichen Maissorten.

Diese Foto ist geklaut von der Seite me-Magazin, weil mir ohne Bild niemand glaubt. Bitte besuche die Seite, damit mein Diebstahl als Link durchgeht. ;-)

Diese Foto ist geklaut von der Seite me-Magazin, weil mir ohne Bild niemand glaubt. Bitte besuche die Seite (einfach auf das Bild klicken), damit mein Diebstahl als Link durchgeht. 😉

Mais

Mais ist ein Getreide aus Mexiko und Bestandteil der 3 Schwestern. In Europa diente Mais wohl nie im größeren Maßstab der Ernährung, sondern seit dem 16. Jh. als Futterpflanze, heute eher als Rohstoff für Biodiesel. Ich habe mich natürlich für Zuckermais entschieden und bin ein bisschen gespannt, was ich damit anfangen werde.

Sorte „Golden Bantam“. Bantam ist der Name einer Initiative gegen genmanipulierten Mais. Anbauer von gentechnikfreiem Mais haben das Recht, über gentechnisch manipulierte Sorten in ihrer Umgebung informiert zu werden und ihr Saatgut ist vor Vermischung zu schützen (Windflug). Daher sammelt Bantam Adressen von Standorten, an denen gentechnikfreier Mais (u. ggf. andere Arten) angebaut werden. Die Wahl von samenfesten Arten ist also eine politische Frage und wendet sich gegen die immer stärker industriell orientierte Landwirtschaft. Laut Standortregister des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gibt es in meiner unmittelbaren Nähe keinen Genmais.

Anbau

Ab Ende April ein Korn in einen 9cm-Topf, 2cm tief. Fensterbank. Im Juni oder Juli umtopfen (3 Pflanzen auf 30cm Ø) und raus.
Oder Aussaat gleich draußen ab Mai.

Mais sollte in Gruppen stehen, da er vom Wind befruchtet wird.

Mais benötigt nährstoffreichen Boden und nimmt gern Tomatendünger.

Ernte

Im September steht der Mais in seiner Milchreife: Die Körner sind noch hell und weich und geben einen Milchsaft ab, wenn sie gepresst werden. Frisch genießen. Falls sie eingefroren werden sollen, zuvor einmal kurz kochen, damit der Geschmack erhalten bleibt. Und natürlich die besten und frühesten Kolben aussparen und ausreifen lassen:

Im Oktober werden die Hüllblätter trocken und braun. Dann die Kolben ernten, die Hüllblätter zurückschlagen und die Kolben an einem warmen Ort aufhängen. Etwas mexikanischer Flair im Wohnzimmer. 😉 Die Kolben trocknen dann, sodass nach und nach die Körner abgeknibbelt werden können: Zum weiteren Trocknen ausgebreitet hinlegen.  Das ist das Saatgut für das nächste Jahr.

Die drei Schwestern

Die Mayas entwickelten eine Form der Landwirtschaft, bei der die Pflanzen voneinander profitieren. Die drei Schwestern genannte Kombination Kürbis, Mais und Bohne ist das bekannteste Beispiel: Der Mais bietet den Bohnen eine Rankhilfe und die Bohnen wiederum reichern den Boden mit Stickstoff an, was dem Kürbis gut bekommt.

Bei Alex Mitchell habe ich eine Anleitung für einen Kombi-Kübel bekommen:
Einen großen (60 cm Ø) Kübel mit Einheitserde füllen. Einen kleinen Kürbis in die Mitte pflanzen und 5 Mais-Sämlinge gleichmäßig am Rand entlang. Neben jeden Mais zwei Bohnensämlinge.
An einen sonnigen Ort stellen. Gut wässern. Die Bohnen nach und nach um den Mais schlingen. Sobald die Kürbisfrüchte sich entwickeln, alle 14 Tage düngen.

Andrea Heistinger rät von dieser Kombination in Kübeln ab, da der Mais zu viel Raum und Nährstoffe benötige und die richtigen Bohnensamen ohnehin kaum erhältlich seien. Nun, es wird auf jeden Fall ausprobiert und am Ende des Sommers bin ich dann schlauer.