Kartoffelanbau im Jutesack

Das hier ist also die Anleitung, die ich mir für das nächste Jahr zurecht gelegt habe. Erfahrung habe ich ja noch nicht damit.

Sorte

Ab Februar besorgen, z.B. im Bioladen Ditta oder Nicola: 12o Tage bis zur Ernte (ab Vorkeimen oder ab Setzen?). Oder im Versandhandel richtige Saatkartoffeln, die allerdings nur im 2,5kg-Gebinde verkauft werden. Für meinen Hof reichen acht Pflanzkartoffeln. Dafür ist das ganz schön teuer. Mögliche Sorten: Gloria, Annabell, Sieglinde, Cilena – sie sind alle Frühkartoffeln mit ~100 Tagen. Ich glaube, ich werde es mit Sieglinde probieren. Einfach, weil ich den Namen mag, erinnert mich an Tante Sieglinde. Und schmeckt mir besser als Cilena.

Saatkartoffeln oder Speisekartoffeln?

Saatkartoffeln sind genauso aus Knollen gezogen wie die Speisekartoffeln. Der Unterschied besteht in der hohen Resistenz. Nach einigen Jahren Vermehrung aus immer den gleichen Knollen, bzw. Tochterknollen schleichen sich Krankheiten ein und der Ertrag sinkt erheblich. Vielleicht also alle drei Jahre Saatkartoffeln besorgen? Oder aber jedes Jahr Speisekartoffeln nehmen, aber immer wieder andere.
Saatkartoffeln sind unter Umständen mit Dingen behandelt, die man nicht essen möchte!

Anbau und Pflege

Vorkeimen Anfang April: Kartoffeln in Eierkartons o.Ä. für 2-3 Tage in einem beheizten Zimmer auf die Fensterbank, danach Karton für 3-4 Wochen hell, aber kühl stellen (8-12°C), die Keime sollten dann etwa 4cm lang sein.

Brückenschnitt Mitte April (zwei Wochen vor dem Setzen): längs mittig durchschneiden und nur einen 2cm langen Steg am Nabelende stehen lassen – so sollen alle Augen der Pflanzkartoffel angeregt werden, sich zu entwickeln. Alternativ, wenn man nicht am Saatgut sparen muss: das gänzliche Durchtrennen in Kronen- und Nabelhälfte, nur die Kronenhälfte verwenden (Quelle: Biodynamische Landwirtschaft). Anscheinend gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man den Ertrag steigern kann. John Seymour empfiehlt, nur 2-3 Augen stehen zu lassen (Quelle: Saatkartoffeln vortreiben). Das ist dann ja das genaue Gegenteil. Ist das jetzt der Vorteil, dass ich mehrere Säcke habe, in denen ich unterschiedliche vorgehen kann?

Pflanzen Anfang Mai: Jutesack befüllen mit 15 cm Erde (Drainage werde ich in einem Jutesack ja wohl eher nicht brauchen), zwei Kartoffeln pro Sack, mit 5-8cm Erde bedecken. Überstand des Sacks einfach umkrempeln (brauchen wir später noch).
Kartoffeln mögen Sonne, sollten aber nicht in Nähe anderer Nachtschattengewächse (Tomaten!) stehen, um Schädlingen das Leben schwer zu machen. Kartoffeln sind Starkzehrer und mögen Kompost.

Häufeln alle 3-4 Wochen: Wenn das Kraut ca. 10cm hoch steht, mit Erde bedecken und ggf. den Sack „entkrempeln“, damit er höher steht.

Ernte Juni: Mir ist schleierhaft, woran ich bei Frühkartoffeln die Erntereife feststellen kann. Bei Lagerkartoffeln wartet man bis zwei Wochen nach Absterben des Kartoffelkrauts – aber bei frühen Sorten kann man schon während der Blüte ernten? Ausprobieren und nur so viele ernten, wie man für eine einzelne Mahlzeit braucht.
Nur bei trockenem Wetter ernten. Anscheinend einfach, weil das mehr Spaß macht als im Regen. Und die Kartoffeln sind dann auch nicht voller Matsch.

Ertrag

Spannende Frage. Von 8 bis 15 Kartoffeln pro Knolle.