Tomatoffel – Tomoffel – Tomtato

Es gibt Sachen, die gibt es nicht. Oder es sollte sie nicht geben. Verschiedene Gartencenter bieten dieses Jahr Tomtatos an, bzw. Tomatoffeln – so ganz sicher scheinen sie sich noch nicht mit dem Namen zu sein.

Ein bisschen nachgedacht ist das Ganze gar nicht so spektakulär wie es zunächst scheint. Aus einer Kartoffel und einer Tomatenpflanze kann man per Propfung eine Tomoffel erzielen. Die Frage ist nur: wozu? Den Gag sieht ja doch niemand, weil die Kartoffeln doch in der Erde sind und deutlich nach den Tomaten geerntet werden. Und dann gibt es ja die Krautfäule. Ich will die Kartoffeln ganz, ganz weit weg von meinen Tomaten halten und keineswegs an derselben Pflanze!

Tomatenkunde

tomateIch war gestern in der Staudengärtnerei Bornhöved zu einem Vortrag über Tomaten. Interessante Info, leckere Verkostung, nette Lokation. Besonders von letzterem war ich doch überrascht. So direkt an der B430 gelegen ist es teilweise etwas laut – aber seltsamerweise stört das gar nicht im Garten. Dort gibt es übrigens auch schattige Plätze, an denen man Kaffee, Kuchen, Limo zu sich nehmen kann.

Aber Tomaten: Der Deutschen liebste Frucht mit 17kg Pro-Kopf-Verzehr im Jahr. Damit komme ich bestimmt nicht hin. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass man mindestens eine Tomate am Tag essen solle, weil sie Serotonin (das Glückshormon) enthielten. Da mag was dran sein – ich bin jedenfalls sehr glücklich, dass ich derzeit täglich auf meine Terrasse gehe und Tomaten naschen kann. 😉

Eigentlich mache ich alles falsch, so der Vortrag. Alle Tomaten, außer Wildtomaten, die harte Schalen haben und wenig ertragreich sind, bräuchten alle Tomaten unbedingt einen Regenschutz. Witzigerweise habe ich das gestern einfach so geschluckt, ohne weiter zu hinterfragen. Bin wohl davon ausgegangen, dass die zarten Pflanzen vor dem herunterprasselnden Regen geschützt werden sollen. Dem ist wohl nicht so, habe ich heute morgen feststellen müssen. Da hatte ich gestern nun gelernt, dass die Blätter so weit ausgebrochen werden sollten, dass der Wind durchstreichen kann, denn sonst wären es ideale Bedingungen für Krautfäule. Also bin ich heute morgen noch im Nachthemd auf meine Terrasse, um meine Pflanzen zu begrüßen und habe an den Tomaten herumgezuppelt. Dazu drehte ich die Kübel auch – und fand alles voll verschimmelter, welker, teilweise brauner Blätter. Tja, das ist dann wohl Krautfäule. Habe jetzt alles, das irgendwie befallen aussah, entfernt und hoffe das Beste.
Habe dann gleich die Kartoffeln in Verdacht gehabt und den leider bestätigt gefunden. Die fliegen raus und dürfen nächstes Jahr nicht wieder kommen. Tomaten machen viel glücklicher als Kartoffeln…
Jedenfalls fand ich auf Wikipedia s.v. Phytophthora infestans (dem Erreger der Krautfäule) dann: „Effektiv lässt sich Phytophthora durch Überdachen der Pflanzen gegen Regen und das Vermeiden von nassen Blättern beim Gießen verhindern. Grund hierfür ist, dass der Erreger zur Keimung flüssiges Wasser braucht.“ Da muss ich mir für nächstes Jahr dann mal Gedanken machen, inwieweit ich doch für einen Regenschutz sorgen kann, ohne dass meine Dachterrasse verschandelt wird. Oder eben mehr und früher Blätter auszuppeln und die Kübel weniger dicht stellen? So dass der Wind die Blätter schnell wieder trocken pusten kann?

Ich habe zwei Sorten Tomaten für das nächste Jahr vorbestellt: Sakura, eine japanische Sorte. „Sakura“ hieß ein Lied, das ich während der Schulzeit lernen musste – auf japanisch. Jedenfalls lässt es sich so leicht merken, dass Sakura eine Cherrytomate ist, denn es war ein Lied zum Kirschblütenfest. Und dann die Vierländer Platte, eine recht kleine Fleischtomate. Beide ausgesprochen lecker. Und dann will ich noch eine Wildtomatensorte erwischen. Pflegeleichte Minitomätchen klingen doch ganz nach mir…

Und jetzt mache ich mich an die Tomatenanleitung (danach dann an die der Kartoffeln) und aktualisiere, damit ich nächstes Frühjahr nicht das ganze Blog durchstöbern muss, sondern alles Wichtige auf einer Seite finde.

Fail: Kartoffeln

Ich habe heute einen der Kartoffelkübel „geerntet“: nix, aber so gar nix. Kaum Wurzelwerk und nix an Knollen, obwohl ich doch recht fleißig gehäufelt habe. Ich habe eine leere Kartoffelschale gefunden (sieht nicht lecker aus :mad:), die wahrscheinlich von einer der Saatkartoffeln stammte.

Also ist das Ergebnis meines Kartoffelversuchs: Monatelange Belästigung durch massiven Krautwuchs. Übertragen der Krautfäule auf meine Tomaten.

Mit dem ersten könnte ich leben. Aber wer meinen Tomaten schadet, wird nächstes Jahr keinen Kübel mehr bekommen!!