Alex Mitchell: Mein Küchenbalkon

Mein Küchenbalkon: Obst und Gemüse für City-Gärtner

So, das ist jetzt das zweite Buch von Alex Mitchell, das ich gelesen habe. Gartendiva fand ich ja nicht so toll, aber dies hier ist inspirierend. Es enthält viele gute Ideen, sodass es in den Fingern juckt, die besten auszuprobieren. Eigentlich also ein blödes Buch für Januar. Jetzt sitze ich hier im Schnee und scharre mit den Hufen…

Es sind immer wieder „Projekte“ eingestreut: leicht nachzuvollziehende Anleitungen, die man 1 zu 1 umsetzen kann. Ein Beispiel, das ich unbedingt mopsen möchte, sind die Essbaren Blüten. Mitchell stellt viele kreative Pflanzgefäße vor, aber die BH-Hängeampeln sind wohl doch eher ein Gag für das Buchcover gewesen. 😉

Ich finde das Buch mit seinen vielen Fotos auch attraktiv aufgemacht. Es macht einfach Lust auf mehr. Wenn du Motivation eher suchst, als enzyklopädische Information, dann bist du hier ganz richtig.

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Alex Mitchell: Gartendiva


Gartendiva: Genussvoll gärtnern ohne sich die Hände zu ruinieren (Neuauflage)

Ohne mir die Hände zu ruinieren? Klingt sehr gut. In letzter Zeit habe ich Probleme mit brüchigen Fingernägeln und fühlte mich daher sofort angesprochen von dem Untertitel.
Naja, das war eine Mogelpackung. Zu dem Thema gab es nur den Tipp, mit Gartenhandschuhen zu arbeiten. Darauf war ich gerade noch ganz, ganz allein gekommen…

Weitere Tipps, den Garten mädchenhaft zu gestalten, fand ich ein wenig aufgesetzt. Das Konzept trägt kein ganzes Buch. Dennoch fand ich manche nette Idee darin. Ich will auch Knoblauch ziehen, jawoll. Die Anleitungen sind gut verständlich und klingen umsetzbar. Etwas irritierend waren die Zeitangaben: Mitte Frühling oder Ende Sommer. Irgendwie finde ich es entlastend, knallhart einen Monat vorgesetzt zu bekommen. Was ist denn nun Mai – Sommer oder noch Frühling? Da Mitte Frühling die vorgezogenen Pflanzen nach draußen sollen, meint die Autorin also die Eisheiligen Mitte Mai damit.

Fazit: nettes Buch. Aber nicht wirklich überzeugend. Ich gebe der Autorin noch eine Chance und lese bald das nächste von ihr. Aber dieses hier taugt zur freundlichen Lektüre, nicht als Grundlagenwerk.

Heistinger: Handbuch Bio-Balkongarten

Andrea Heistinger: Handbuch Bio-Balkongarten: Gemüse und Kräuter auf kleiner Fläche ernten

Ich hatte mich für dieses Buch entschieden, weil ich es für umfassend hielt. Ich wollte ein Buch für meinen Hinterhofgarten und nicht mehrere, die einander ergänzen. Das ist auch fast gelungen: Was dieses Buch abdeckt, das deckt es gründlich ab. Allerdings wird offensichtlich fleißig an der nächsten Auflage gearbeitet, die wohl in 2-3 Jahren erscheinen soll. Diese wird dann auch die Themen Obst (hier nur angerissen) und Pilze (fehlt hier noch völlig) umfassen.

Der erste Teil des Buches beschreibt die Grundlagen des Themas und bietet vielfach Alternativen. Immer wieder werden originelle Ideen vorgestellt; als Pflanzgefäße für Jungpflanzen zum Beispiel halbierte Klopapierrollen oder Michtüten. Dann folgt eine Vielzahl von Beispielen des Urban Gardening aus verschiedenen Ländern. Vielfach handelt es sich dabei nicht um Balkongärten im engeren Sinn, sondern um Baulücken, Parks usw. In Hof und Terrasse also eher inspirierend als direkt umsetzbar. Der letzte Teil beschreibt dann ausführlich die einzelnen Pflanzen und ihre Pflege.

Die Autorin ist sich bewusst, dass viele Menschen sich für Balkongärten interessieren, die keinerlei Erfahrungen mit Gemüseanbau haben. Sie hat sogar ein eigenes Wort für diese: Neo-GärtnerInnen. Die Beschreibungen sind kleinschrittig und scheuen auch nicht vor redundanten Erklärungen zurück: sehr gut für uns Neo-GärtnerInnen. Aber manchmal braucht man doch Glück, um die Erläuterung eines Begriffs zu finden: Was ein überständiger Kürbis ist, habe ich verstanden, als ich das Kapitel zu Zucchini las. Um das Buch perfekt zu machen, fehlt ein Glossar.

Dies ist ein sehr schönes Buch mit einer liebevollen Aufmachung. Es ist durchweg attraktiv und informativ bebildert und motiviert, selbst loszulegen. Das einzige, das ich an seiner Gestaltung kritisiere, ist die farbige Schrift für Verweise (zu hell auf weißem Grund) und in den Übersichtskästen zu den einzelnen Pflanzenarten (dunkelgrün auf mittelgrün): Da hätte ich mir stärkere Kontraste gewünscht. So muss ich mich anstrengen, den Text lesen zu können. Ich weiß nicht, ob die original österreichische Ausgabe genauso gestaltet ist.
Überhaupt Österreich: Als Nordlicht musste ich mich erst einmal an die Paradeiser und Erdäpfel gewöhnen. 😉

**** von 5 Sternen

Josie Jeffery: Mit Samenbomben die Welt verändern


In diesem Buch stehen die Pflanzen im Vordergrund. Liebevolle Pflanzenportraits stellen verständlich die Ansprüche der Pflanzen dar und machen Lust darauf, selbst (noch mehr) Samenbomben herzustellen.
Die politische Seite des Guerilla Gardening und ihre Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert wird auch erklärt, aber ich empfinde es trotzdem als ein praktisches Anleitungsbuch.