Zweite Chancen

Ein paar Dinge haben letztes Jahr so gar nicht geklappt. Die Kartoffeln sind draußen, aber andere Pflanzen sollen noch eine Chance bekommen:

  • Erdbeeren. Wie können Erdbeeren in einer Hängeampel aus Draht, ausgekleidet mit einer Kokosmatte, verschimmeln? Vertrocknen könnte ich mir vorstellen, kein Problem. Aber ernstlich verschimmeln samt Erde?! Das glaube ich einfach nicht und versuche es noch einmal.
  • Der Knofi war gleich mit verschimmelt. Auch nochmal.
  • Der Bottich mit Radieschen, Möhren und Ringelblume blieb Planung. Dieses Mal aber!
  • Meine Heidelbere hatte eine Beere. Die unreif abfiel. Ich liebe Heidelbeeren und bleibe hartnäckig.
  • Den Knollenziest hatte ich schlicht und ergreifend zu ernten vergessen. Peinlich.

Knollenziest

Botanik

Foto von Wikicommons

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Knollenziest (Stachys sieboldii) wird auch Japanische Kartoffel, Chinesische Artischocke, oder Crosne du Japon genannt.

Ist das einzige Gemüse unter den Lippenblütlern -zumindest in unseren Breiten.

Knollenziest stammt ursprünglich aus Nordchina und wird heute noch angebaut in Japan, Indien und Frankreich.

Woher bekomme ich Knollenziest?

Im Gartencenter o.Ä. habe ich Knollenziest noch nie gesehen. Bei Ebay & Co. gibt es meist Pflanzen, die dann natürlich erst ab Mai raus können. Knollen auf dem Wochenmarkt erwischen?

Anbau und Pflege

Auspflanzen: Im März Knollen zu je 2-3 Stück, 8-10 cm tief, in die Erde bringen. Der Abstand zwischen den Horsten beträgt ca. 30 cm. Also wohl einen Kübel mit drei Horsten zu je 2 Knollen?
Alternativ schon im Februar – dann gut  mit Vlies abdecken, etwa 6 Wochen drauf lassen.
Ziest braucht einen nährstoffreichen Boden: Tomatenerde. Allerdings erleichtert sandiger Boden das Putzen.
Welkes Laub nicht kürzen oder gar gänzlich entfernen – die Kraft wandert noch in die Knollen.

Überwinterung: Einfach ein paar Knollen in der Erde lassen.

Ernte

Ab Oktober nach dem Absterben der Stängel und Blätter. Mit Beginn der kalten Jahreszeit werden keine neuen Knollen mehr gebildet. Nun werden sie dicker und bilden Einschnürungen, die die Wachstumsphasen markieren. Die Ernte ist eine mühselige Arbeit, da die Knollen von der Erde gesäubert werden müssen.
Die Knollen kann man auch im Winter noch nach und nach ernten. Das ist gut, weil sie sich ohnehin nicht lagern lassen. Notfalls in feuchtes Küchentuch einschlagen und im Kühlschrank aufbewahren.

Verwendung

Kochmix.de

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