Puffbohne

Botanik

Jetzt konnte ich doch nicht widerstehen und habe ein Päckchen Puffbohnensamen gekauft. Eigentlich sind das gar keine Bohnen (Phaseolus), sondern Wicken (Vicia).

Anbau und Pflege

Vorsaat: Ab Ende Januar, Anfang Februar, nach 4 Wochen dann nach draußen umpflanzen.

Auspflanzen: Die Bohnen können auch ab Mitte Februar direkt in große Pflanzgefäße (Ø und Höhe jeweils ≥ 60 cm) gesät werden, da sie frosthart sind. Der Boden sollte 2-3°C haben. Mit einem Vlies abgedeckt, wachsen die Puffbohnen schneller. Gleich Stützen vorsehen, da die Hülsen so schwer werden, dass die Pflanzen leicht brechen.

Düngung: Puffbohnen zur Samengewinnung mit Langzeitdünger behandeln (Schwachzehrer), als Blattgemüse (s.u.) gar nicht düngen.

Pflege: Wenn die Spitze des Triebes (in etwa 120 cm Höhe) abgetrennt wird, wird zum einen die Pflanze angeregt, mehr neue Hülsen zu bilden und zum anderen der für Blattläuse leckerste Teil entfernt.

Verwendung

als Blattgemüse (Keimsprossen): die Pflanzen mit nur wenigen Laubblättern, ~ 8-12 cm hoch, siehe Heistinger S. 259.

wie Gartenbohnen: 5-8 cm lange Hülsen, schneiden, dünsten

als dicke Bohnen: die Hülsen sind etwas länger und dicker, die Samen noch grün. → Salat aus gegarten Samen oder → Bohnenpüree

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Stangenbohne

Botanik

Die traditionelle europäische Bohne ist wohl die Puffbohne Vicia faba. Für dieses Jahr habe ich aber Gartenbohne Phaseolus vulgaris besorgt, die eigentlich aus Amerika stammt, heute aber die meistangebaute und sortenreichste Art auch in Europa ist. Die einzelnen Sorten der Gartenbohne sind unterschiedlich nutzbar:

  • Kernbohnen: Samen als weiße Bohnen, Kidneybohnen, Pintobohnen (= Wachtelbohnen, besonders für Chilis u.Ä.)
  • Filetbohnen: mit fleischigen Hülsen, die unreif als Gemüse geerntet werden: als grüne Bohnen, gelbe Wachsbohnen etc.

Sorten

Ich habe mir bei Freie Saaten Samen des Giant of Stuttgart besorgt, eine Stangenbohne mit weißen Blüten und weißen Samen. Angeblich ist sie von deutschen Auswanderern nach Australien und nun wieder zurück gebracht worden. Von dieser Sorte werden die großen, breiten Hülsen verarbeitet. Wird mindestens 3m hoch.

Als Beigabe erhielt ich dann auch noch eine weitere Stangenbohnensorte: die Türkenbohne, die v.a. für Suppen genutzt wird. Nur: was? Die Samen oder die Hülsen? Ich muss mich wohl ein bissen überraschen lassen, was ich da denn ernten werde. Etwa 2½ m hoch.

Anbau und Pflege

Siehe auch die drei Schwestern. Dafür ab Ende April in 8er oder 10er Töpfe je 3-4 Samen geben, warm halten, nach der Keimung dann kühler. Nach drei Wochen können die Bohnen dann raus.

Mitte Mai die Samen in einem großen Gefäß direkt in die Erde drücken, Samen nicht vorquellen lassen. Gartenbohnen sind Mittelzehrer und brauchen trotz ihrer Fähigkeit, Stickstoff zu binden (die sie im Kübel nur sehr eingeschränkt nutzen können) gedüngte Erde. Sie nehmen auch halbschattige Standorte, wollen aber auf jeden Fall viel Wasser.
Gleich ein Rankgerüst vorsehen, denn die Stangenbohnen wachsen sehr hoch! Wenn sie das Ende der Rankhilfe erreicht haben, die Triebspitze abknipsen, damit die Pflanze sich verzweigt und neue Hülsen bildet. Nicht geerntete Hülsen reifen aus und nehmen der Pflanze die Kraft, neue zu bilden.

Die drei Schwestern

Die Mayas entwickelten eine Form der Landwirtschaft, bei der die Pflanzen voneinander profitieren. Die drei Schwestern genannte Kombination Kürbis, Mais und Bohne ist das bekannteste Beispiel: Der Mais bietet den Bohnen eine Rankhilfe und die Bohnen wiederum reichern den Boden mit Stickstoff an, was dem Kürbis gut bekommt.

Bei Alex Mitchell habe ich eine Anleitung für einen Kombi-Kübel bekommen:
Einen großen (60 cm Ø) Kübel mit Einheitserde füllen. Einen kleinen Kürbis in die Mitte pflanzen und 5 Mais-Sämlinge gleichmäßig am Rand entlang. Neben jeden Mais zwei Bohnensämlinge.
An einen sonnigen Ort stellen. Gut wässern. Die Bohnen nach und nach um den Mais schlingen. Sobald die Kürbisfrüchte sich entwickeln, alle 14 Tage düngen.

Andrea Heistinger rät von dieser Kombination in Kübeln ab, da der Mais zu viel Raum und Nährstoffe benötige und die richtigen Bohnensamen ohnehin kaum erhältlich seien. Nun, es wird auf jeden Fall ausprobiert und am Ende des Sommers bin ich dann schlauer.