Hui, Erbsen sind schnell!

Schon gestern zeigten sich die ersten vier Sprossen, nach noch nicht einmal 36 Stunden. Die beiden Zimmertreibhäuser auf meiner Küchenfensterbank machen mir gerade sehr viel Freude. Irgendwo müsste ich noch ein Heizkabel aus dem Terrarium haben. Damit könnte ich meinen Pflänzlein warme Füße bescheren. Mal sehen, ob ich das finde…

Keimsprossen

sprossenKeimsprossen kannte ich bisher nur als Keimlinge: Alfalfa, Rettich, Mungobohnen usw. werden in einem Glas oder einem besonderen Keimgerät für 24 Stunden eingeweicht und danach gut gespült, an der Luft stehen gelassen und täglich 1-3 mal wiederum gespült. Ist lecker auf dem Salat und meine Wellensittiche, die sonst wirklich alles an Frischkost verschmähen, fressen auch davon.
Mein Keimgerät ist ein Keimfrisch-Küchengarten aus dem Reformhaus. Der Vorteil an diesem Ding ist, dass sowohl Boden als auch Deckel (unterschiedliche große) Löcher haben und daher darin immer ein frisches Lüftchen weht. Es wird darin nichts muffig, sondern bleibt lecker frisch.

Nun habe ich eine ganz andere Anleitung für Keimsprossen gefunden, die etwas gänzlich anderes darunter versteht. Sieht lecker aus, wird ausprobiert. In einer Hälfte eines Zimmertreibhauses ziehe ich Puffbohnen vor, in der anderen Keimsprossen aus Erbsen. Dafür hatte ich im Supermarkt getrocknete Suppenerbsen gekauft – funktioniert wunderbar. Und ist natürlich viel günstiger, als wenn ich im Gartencenter Saatgut genommen hätte.

sprossen1Für das halbe Treibhaus habe ich einen wirklich großen Teebecher etwa zu ⅓ gefüllt und mit Wasser aufgegossen. So blieben die Erbsen dann über Nacht stehen. Am nächsten Morgen waren die Erbsen dann nicht nur aufgequollen, sondern es bildeten sich schon erste Keimansätze.

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Diese Erbsen habe ich dann auf der leicht angedrückten Erde verteilt. Mark Ridsdill Smith rät, jeweils so viel Abstand zu lassen, dass immer eine Erbse dazwischen passen würde. Naja, so ungefähr kommt das hin. Nächstes Mal werde ich wohl einen halben Becher Erbsen nehmen…

sprossen3Die Erbsen werden dann noch mit etwa 1 cm Erde bedeckt. Sieht jetzt so aus wie die Chili-Salat-Kiste daneben.
Und nun das Ganze wachsen lassen, bis die Sprossen so um und bei 8-12 cm hoch sind. Geerntet wird dann alles Überirdische 😛 und zu Salat verarbeitet. Oder leicht angedünstet über das Gemüse streuen.

Erbsen

Sorten

Für mich interessant sind nur Zuckererbsen (die mit der Schote gegessen werden) und Markerbsen, die grünen Kullererbsen (Pisum sativum convar. medullare). Dieses Jahr gibt es Markerbsen der Sorte „Sprite“.

Zucker- und Markerbsen sind etwas kälteempfindlicher als Palerbsen und dürfen erst ab Mitte März gesät werden.

Anbau und Pflege

Aussaat Mitte März gleich nach draußen, Gefäßtiefe mindestens 30 cm. Vorziehen auf der Fensterbank bringt mehr Arbeit als Nutzen. Allerdings kann man dort das ganze Jahr über Erbsenschößlinge für den Salat ziehen.
Erbsen ranken sich bis zu 2 m hoch und brauchen daher unbedingt etwas zum Festhalten. Warum eigentlich ranken sie sich hoch und nicht etwa entlang? Um den Platz im Garten besser zu nutzen? Ansonsten ließe sich doch gut der Zaun zuwachsen. Bambusstäbe bieten den Erbsen zu wenig Halt, ein Rankgitter oder gespannte Schnüre sind da hilfreicher.

Pflege: Erbsen sind Schwachzehrer und brauchen bei frischem Substrat keine zusätzliche Düngung.

Ernte Ende Mai bis Ende Juni: Wenn die Erbsen die richtige Größe haben, aber noch grün und prall sind. Und nach der Ernte dann die Erbsentriebe aus dem Rankgitter friemeln. Viel Spaß.