Glasperlenmais

Mir erzählte jemand gestern von Glasperlenmais. Darunter konnte ich mir nicht viel vorstellen und meine Neugier war durchaus nicht geweckt. Hartnäckig hielt mir die Person ihr Smartphone unter die Nase und zeigte mir Bilder. Oh, äh: Wow! Das sieht wirklich spektakulär aus. Ich weiß nicht, ob ich das essen möchte, aber zum Angucken ist das wunderbar. Saatgut dazu ist selten, aber ich bin auf eine Seite gestoßen mit nahezu unglaublichen Maissorten.

Diese Foto ist geklaut von der Seite me-Magazin, weil mir ohne Bild niemand glaubt. Bitte besuche die Seite, damit mein Diebstahl als Link durchgeht. ;-)

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2014 war nicht so doll in Sachen Hinterhofgemüse

Bedingt durch den Umbau war einfach nix da. Die gekauften Tomatenpflanzen gediehen und waren dennoch nix. Die Wildtomate entpuppte sich als wahre Pest. Sie wollte überall hin wachsen und klettern. Hätte ja nicht gedacht, dass ich mal Tomaten als Unkraut bezeichne. Sie hat üppig getragen – aber was nützt das, wenn die Früchte irgendwo im Gestrüpp sind? Das Ernten war mühselig – von wegen im Vorbeigehen pflücken und naschen, ha! – und der Ertrag letztlich erbärmlich, da die Tomaten johannisbeergroß waren und dafür aber einzeln gepflückt werden müssen. Johannisbeeren hängen wenigstens in einer Rispe. Dafür war das Geschmackserlebnis getrübt durch die wirklich feste Schale. Das „Innenleben“ war ganz nett, aber nicht berauschend. Fazit: Mit Wildtomaten bin ich durch, es sei denn, ich müsste mal einen Zaun zuwuchern lassen. Passiert aber nicht in meinem Hinterhof…
Die Tomate Moneymaker hat einen verlockenden Namen, blieb aber geschmacklich hinterher. Die Vierländer Platte war da schon viel eher mein Fall, aber zum Naschen fast schon zu groß. Leider ist mir ein Sturm in die Kübel gefahren und hat nur einen Stummel übrig gelassen, der zwar wieder schön austrieb, aber nicht mehr viel Tomaten brachte.

Ich hatte tatsächlich Zucchini und Kürbis. Das freut mein Herz, aber es waren geschenkte F1-Hybriden. Nächster Versuch dieses Jahr.

Die Heidelbeeren mögen meinen Hinterhof nicht. Trotz Rhododendronerde, Heidelbeerdünger und ganz viel Liebe. Vielleicht verschenke ich sie an jemanden mit Garten.

Erdbeeren nehmen viel Platz weg, sind ständig durstig und schmecken irgendwie nicht so wie die vom Wochenmarkt. Ich kaufe sie in Zukunft auf dem Wochenmarkt

Kohlrabi – wer hätte das gedacht 😉 – muss man auch ernten, nicht einfach nur wachsen lassen. Der ist mir irgendwie durch die Lappen gegangen.

Und dann war da noch die Verpiss-dich®-Pflanze gegen Nachbars Hund. Das funktioniert tatsächlich!!

Für 2015 ist kein Umbau mehr geplant und nur eine Woche Urlaub. Die werden meine Lieben doch bitte gießend verbringen. Also gehe ich gleich daran, Zimmergewächshaus und Anzuchterde für meine Chilis und Paprikas zu suchen. Vielleicht sollte ich die nächsten Herbst nicht in den Schuppen kramen, sondern lieber in den warmen Keller, damit das winterliche Suchen nicht so böse kalt ist…?
Ich möchte weiter daran arbeiten, meine allerliebste Tomatensorte zu finden und außerdem mein Blattgemüse besser hegen: Salate, essbare Blüten, Kräuter. Ich möchte gern meine Salatschüssel aus meinem Hof füllen können! Und ich möchte Naschkram für meine inzwischen vergrößerte Vogelschar haben. Das mit der Vogelmiere klappt wunderbar – die hat sich von allein im Kürbiskübel ausgesät. Dieses Jahr soll es auch eigene Hirse geben.

Eine leere Saison

Wir haben in diesem Frühjahr umgebaut. Ein bisschen stecken wir immer noch in der Handwerker- und Chaoszeit, aber immerhin kann man in unserem Haus wieder leben. Gerade zur Zeit der Sämlinge auf der Fensterbank mussten wir uns wochenlang ausquartieren. Also keine selbstgezogenen Tomaten, Kürbisse und so. Ich habe versucht, einiges abzufangen durch den Kauf von Jungpflanzen, aber das waren teilweisen nicht ganz meine Sorten oder ich habe sogar diesen Termin verpasst. Gerade regnet es – ich mach in den nächsten Tagen mal trockene Fotos von den Dingen, die ich habe. Die Tomaten blühen gerade und ich hoffe auf gutes Gedeihen!

Kräuter ernten und lagern

Letztes Jahr hat das nicht so gut geklappt, dieses Mal soll es aber: Meine Kräuter waren fade und müffelig. Das geht besser!

Welche Kräuter kann ich trocknen?

Alle. Aber wer mag schon getrocknetes Basilikum? Also Basilikum genau wie Petersilie oder Schnittlauch lieber gleich hacken und dann mit Wasser als Kräutereiswürfel einfrieren. Zischt bestimmt gut in der Soße…
In meinem Hinterhof wachsen aber auch Minze, Verbene, Thymian, Salbei, Rosmarin, Bohnenkraut.  Außerdem kann ich Blüten trocknen: Lavendel, Oregano, Tagetes…

Ernte

Die meisten Kräuter sollten vor der Blüte geerntet werden. Die Pflanzen sollen trocken sein und Sonne getankt haben. Also am besten abwarten, bis ein paar Tage ununterbrochen Schönwetter war und dann am späten Vormittag (warum?) ernten. Zum Trocknen nur das Beste: unversehrte, gut entwickelte Triebspitzen. Bei  vielen Arten sollte man gleich die Blätter von den Stielen ernten. Bei Minze zum Beispiel ziehen sich beim Trocknen die aromatischen Inhaltsstoffe gleich in den Stiel zurück → fader, blöder Tee. Bei Minze, Melisse und so dann den entblätterten Zweig entfernen. Bei schmalen Kräutern mit festen Blättern (Thymian, Rosmarin) nur die Triebspitzen nehmen, dann wird die Pflanze schön buschig.

Ich lese immer wieder, man solle zur Kräuterernte eine scharfe Schere benutzen. Warum? Ich knipse sie immer einfach ab. Das könnte allerdings den Zustand meiner Fingernägel erklären. Also guter Vorsatz: Ich probier das mal aus mit der Schere.

Nicht waschen (→ Schimmel), sondern nur ausschütteln.

Am besten pro Erntetag immer nur so viel ernten, wie ich gleich verarbeiten kann und auch nur eine Kräuterart. Sonst komme ich durcheinander.  Und die Aromen vielleicht auch. Also ernten – trocknen – eintüten – weitere Art ernten.
Ich bin ja bekennende faule Socke und nehme gleich mein Tablett, mit Küchenkrepp ausgeschlagen, mit nach draußen und die Kräuter kommen gleich darauf. Windstille Tage bevorzugt.

Trocknung

Am besten liegend trocknen: Die Blätter nebeneinander auf Küchenkrepp legen und täglich wenden. Das mit kopfüber hängenden Sträußen hat letztes Jahr so gar nicht geklappt. Die Trocknung sollte innerhalb von zwei Tagen abgeschlossen sein, weil sonst Aromen verduften.

Alternativ kann man einen Dörrapparat benutzen, wenn er auf niedriger Temperatur (≤ 36°C) laufen kann. Mit Thermometer sicher stellen!

Lagerung

Die Kräuter sind fertig getrocknet, wenn sich knistern. Und dann ab in Blechdosen, besser vielleicht noch Braun- oder Blauglas. (Hui, ein Regal mit lauter blauen Gläsern könnte richtig schick aussehen!). Klarglas ließe Licht durch, Papier Luft. Alternativ gingen noch beschichtete Papiertüten. Und: beschriften nicht vergessen.:roll:

Andere Methoden

Kräutersalz

Frische oder getrocknete Kräuter im Verhältnis 1:1 mit hochwertigem Salz mischen – fertig. Das Salz entzieht den Kräutern die Feuchtigkeit. Kräutersalz mit frischen Kräutern luftdicht aufbewahren → Schraubdeckelglas.

Kräuteröl

Darauf habe ich wirklich große Lust: selbstgemachte Kräuteröle. Das Gefäß (großes Schraubdeckelglas, die Flasche ist erst später dran) bis zu ⅓ mit trockenen! (andernfalls → Eintrübung) Kräutern füllen und mit Öl auffüllen. Gut verschließen, dunkel aufbewahren. Täglich schütteln und nach etwa zwei Wochen durch ein feines Sieb abseihen und in die Flasche füllen. Und weil es schöner aussieht, ein frisch geerntetes Zweiglein des Krauts dazugeben. Nicht die ausgelaugten Blätter im Öl belassen. Und wieder: beschriften nicht vergessen.

Das gleiche funktioniert auch mit Essig. Öl klingt leckerer.

Pesto gibt es ja auch noch. Reste mit Öl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren.

Link

Eine mich verblüffende Technik, auch im Winter frische Kräuter zu haben, ist es, diese quasi im Standby im Keller zu halten.

So, jetzt weiß ich, was ich letztes Jahr falsch gemacht habe. Eigentlich alles. Zurück auf Null.

Anden-Knoblauch und Zimmerknoblauch

Foto: Kurt Stüber

Foto: Kurt Stüber

Sind diese Blüten nicht hübsch? Ich habe sie in einem Gartenkatalog entdeckt und möchte sie unbedingt meinen essbaren Blüten hinzufügen. Die meisten essbaren Blüten schmecken ja nach gar nix, außer der Taglilie, die intensiv nach Blume schmeckt. Diese hier, Ipheion uniflorum (Anden-Knoblauch oder Sternblume oder Einblütiger Frühlingsstern) sollen nach Knofi schmecken. Das muss doch ausprobiert werden!

Eine Blüte soll etwa einer Knoblauchzehe entsprechen, auch die Blätter sind essbar und haben dieses Aroma. Netter Nebeneffekt: Wühlmäuse und Maulwürfe mögen das nicht riechen. Ob das wohl auch gegen Hofmäuse hilft?

Blütezeit (März) April-Mai. Pflanzen gibt es zum Beispiel bei Rühlemann’s.

Foto: Oyoyoy

Foto: Oyoyoy

Da habe ich dann auch Zimmerknoblauch entdeckt: Eine ebenfalls hübsche Pflanze, die das ganze Jahr über blühen kann und ebenfalls knofiähnlich schmecken soll. Ach, ich kriege gerade Hunger…

Salate bitteschön auch im Winter

So ab September kann man Wintersalat aussäen, entweder artenrein oder als Mischung:

  • Asiasalate
  • Rauke (Rucola)
  • Winterportulak
  • Feldsalat
  • Spinat
  • Mangold

Für eine Mischung einfach die Samen miteinander mischen und in einen Balkonkasten oder eine flache Kiste säen. Saatbänder sind theoretisch hilfreich, praktisch jedoch doof. Für Gartenanbau mag es gut sein, in Balkonkästen jedoch muss man ganz schön viele Saatbandfetzen bearbeiten und darf dann nicht vergessen, das Ende des Bands neu zu beschriften. Reißt man nämlich ein Stückchen ab, ist die Beschriftung futsch.

Den Salat immer schön regelmäßig bezuppeln, dann kommt er immer wieder. Im März schon kann man die nächste Runde Asiasalat versuchen. Nicht vergessen, auch bei kaltem Wetter schön zu gießen. Zwar ist der Stoffwechsel heruntergefahren, aber so ganz ohne geht e s nicht. Im Winter gibt es bei uns weniger Niederschläge als im Sommer. Wenn es denn aber richtig friert, ist nicht der richtige Zeitpunkt zum Gießen. Das Wasser würde ohnehin sofort frieren, falls es überhaupt zu den Wurzeln kommt. Vielleicht ist es eine gute Idee, die Salatkiste von unten und den Seiten zu isolieren?
Übrigens verdunstet Wasser auch im Winter. Also Winterpflanzen schön vor Sonne schützen. Was ziemlich blöd klingt, weil der Salat doch Licht haben soll. Also zwei gleiche Kisten ansetzen und eine in den Schatten, eine in die Sonne stellen. Einfach ausprobieren.

Lagerung von Saatgut

Da ich ja fleißig dabei bin, aus meinen Fehlern zu lernen und daraus die Anleitungen für das nächste Jahr zu erstellen, hier eine neue Folge:

  • trocken
  • kühl (zwischen 0 und 20 °C), keine Temperaturschwankungen
  • dunkel
  • luftdicht (z.B. Schraubdeckelgläser)
  • mäusesicher

Also: Nicht im Küchenschrank über dem Herd, sondern lieber im Keller. Ich besorge mir einen großen Plastikcontainer, den ich dann hin und her schleppen kann.

Wo ist meine Erde?!

Ich war gerade im Hof. winter_smilies_0017

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Erbsensprossen zu ziehen. Und dazu brauche ich ein Zimmergewächshaus. Und Anzuchterde. Durchaus übersichtlich, diese Liste. Die Gewächshäuser warten da alle ganz lieb, aber die Erde ist verschwunden. Anzucht-, Garten- und Blumenerde ist weg. Futsch. Nicht da. Allein ein Sack Rhododendronerde (für die Heidelbeere) steht da herum. Klaut jemand Erde? Oder habe ich tatsächlich jeden Krümel verbraucht? Kann ich mir nicht vorstellen, so gut plane ich doch nicht!

Jetzt muss ich mich gedulden und nächste Woche neue Erde kaufen. Schade, Erbsensprossen au der Fensterbank hätten mich irgendwie fröhlich gestimmt.

Salat auf der Fensterbank

Letzten Winter hat es ja so gar nicht geklappt, Salat auf der Fensterbank zu ziehen. Hätte ich aber doch so gern. Also noch mal recherchiert: Geht nicht. Das liegt nicht an meinem grauen Daumen und auch nicht an der Salatsorte, sondern am Breitengrad. Es ist einfach zu duster bei uns. Ohne zusätzliche Beleuchtung wird das nichts. Und das einzige Fenster, in dem fröhlich eine Lampe baumelt, ist das mit dem Vogelkäfig. Nein, ich baue keinen Salat in Reichweite der Sittiche an!

Urban Gardening als Fertigprodukt

Ich habe Urban Gardening irgendwie immer für mehr als nur Stadtbegrünung gehalten. Botanischer Widerstand gegen Stadteinerlei. Vielleicht ist es das ja auch und es nur die Saatgutfirmen, die da geschickt und geschäftstüchtig einsteigen. Jetzt habe ich City Seeds gefunden: Samentütchen oder sogar schon vorbereitete Tontöpfe.

  • „besonders geeignet für die Kultivierung auf engstem Raum“ 
  • „extra robuste & resistente Sorten“
  • „garantiert ertragreiche & üppige Ergebnisse“
  • „leichtes Handling über Saatband, Saatscheibe und -platte“

Ich finde, dass das lieblos industriell klingt. Und weiß doch, dass ich letztes Jahr auch so eine fertige Salatpalette gekauft habe. Die nicht wirklich funktionierte übrigens. Das war ein Schuss in den Ofen. Ich möchte mehr echt gärtnern. Mit samenfesten Sorten. Lieber weniger Vielfalt, dafür mehr Liebe.