Blütenendfäule an der „Linken Tomate“

Blütenendfäule an der „Linken Tomate“.

Ich habe ein nettes Blog gefunden, in dem es um Balkongemüse geht. Und dort gibt es ganz andere Tomatenprobleme als ich sie habe…

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Phänologischer Kalender

Phänologie scheint eine Art Abkürzung von Phänomenologie zu sein. 😕 Gemeint ist eine Lehre davon, wie und wann die Jahreszeiten erscheinen. Anhand bestimmter Zeigerarten wird bestimmt, welche Jahreszeit gerade herrscht – und das weicht ja doch erheblich vom astronomischen Kalender ab.

Der Deutsche Wetterdienst bietet Informationen dazu, wann die einzelnen Ereignisse in den jeweiligen Bundesländern eintreten. Für Schleswig-Holstein wäre das in etwa:

Vorfrühling

Mitte Februar

Blüte: Hasel, Schneeglöckchen, Schwarzerle, Salweide.

Erstfrühling

Ende März/Anfang April

Blüte: Forsythie, Stachel und Johannisbeeren, später dann auch Kirsche, Pflaume, Birne, Schlehe und Ahorn.

Blätter treiben: Rosskastanie und Birke, etwa eine Woche später auch Rotbuche, Linde und Ahorn.

Vollfrühling

Anfang Mai

Blüte: Apfel, Flieder, später Himbeere.

Blätter treiben: Stieleichen.

Frühsommer

Anfang Juni.

Blüte: Gräser, Wiesen-Fuchsschwanz, Schwarzer Holunder, Weißdorn, Wald-Geißbart und Türkischer Mohn.

Hochsommer

Ende Juni.

Blüte: Sommer-Linde, Wegwarte und Kartoffel.

Reife: Johannisbeeren.

Spätsommer

Blüte: Heidekraut, Herbstanemone.

Reife: Frühapfel, Felsenbirne und Frühzwetschge, aber auch die Vogelbeere.

Frühherbst

Anfang September.

Blüte: Herbstzeitlose

Reife: Fliederbeeren, Haselnuss, Birnen, Pflaumen

Vollherbst

Mitte September.

Reife: Stieleiche, Rosskastanie, Quitte und Walnuss.

Laubfärbung: Rosskastanie, Rotbuche, Eiche, Esche und Selbstkletternde Jungfernrebe („Wilder Wein“).

Laubfall der Obstbäume.

Ernte: Spätkartoffeln, Rüben und Äpfel.

Spätherbst

Laubfall der Wildbäume (Stieleiche, Rosskastanie).

Winter

Ende November.

Laubfall der Wildbäume ist abgeschlossen (außer manche Eichen und Buchen).

F1 oder samenfest?

Manchmal lebt es sich mit ausgeschaltetem Gehirn ganz gut. Irgendwie problemfrei. Da bin ich nun seit zwei Wochen dabei, mir voller Vorfreude Sorten auszusuchen, die ich in meinem Hinterhof anbauen will. Und stoße dabei auf mancherlei Gemüse, das wirklich lecker klingt. Irgendwann fiel mir auf, dass alle Namen mit F1 endeten. F1-Hybride stand da auch mal. F1 ist die erste Tochtergeneration und ein Hybrid ist ein Mischling. Aber wieso sind alle Samen, die ich mir aussuche, Mischlinge der ersten Nachwuchsgeneration? Die Frage stand soweit im Raum und ich schaltete spontan mein Hirn aus.

Wieder eingeschaltet, wollte es mein Hirn wissen und machte sich schlau. Aua. Nun habe ich ein Problem. Gut, ja, gerade mein Hinterhofgarten ist die Lösung. Aber einfacher ist es nicht geworden.

Kreuzt man unterschiedliche Sorten einer Art, kommt dabei entweder Kuddelmuddel heraus: nicht wirklich unzählige, aber sehr vielfältige Variationen des elterlichen Erbguts. Oder aber eine schön einheitliche Nachkommenschaft, je nach Erbgang. Kuddelmuddel macht sich nicht so gut, wenn man Saatgut verkauft. Die Kundschaft – ich! – wünscht bestimmte Eigenschaften: Farben, Wuchsform, Größe, Geschmack, Resistenz… Und wenn mir die Sorte gefallen hat, möchte ich genau diese nächstes Jahr wieder anbauen. Also hätte ich gern berechenbares, einheitliches Saatgut. Und das sind jene F1-Hybriden. So weit, so gut.

Diese Hybriden sind in aller Regel unfruchtbar. Entweder entwickeln die Samen sich nicht oder sie sind gar nicht vorhanden. Schon mal einen Bananensamen gesehen? Ich nicht. Kernlose Weintrauben sind auch Früchte ohne Samen. Und da die Produktion von Samen nun einmal die Aufgabe von Früchten ist, stimmt da doch etwas nicht.
Die Samen sind häufig weggezüchtet, bzw. gentechnisch entfernt worden. Zum einen, weil sie die Kundschaft stören. Wer brisselt schon gern die Kerne aus der Mandarine? Zum anderen schlicht und ergreifend, um an mein Geld zu kommen. Ich muss nächstes Jahr wieder Samen kaufen. Und übernächstes. Und…
An meinem Hinterhofgarten wird kein Saatguthersteller reich. An allen Hinterhof-, Balkon-, Klein- und Überhauptgärten schon. Und es sind ja nicht nur die Hobbygärtner, die F1-Hybriden nutzen, sondern die Landwirtschaft generell hängt weltweit von ihnen ab, sogar in noch stärkerem Maß, weil sie an zugelassene Sorten gebunden sind. Und wenn es passend zu den Samen gleich das Rundum-Sorglos-Paket inklusive passendem Dünger und Pestizid gibt, verstärkt sich die Abhängigkeit immer weiter. So weit, so schlecht.

Urban Gardening hat als eine Motivation die Unabhängigkeit. Bei manchen ist es die Angst vor einem Zusammenbruch des Wirtschaftssystems, bei anderen nur leckeres Gemüse ohne auf den Supermarkt angewiesen zu sein. Unabhängigkeit aber lässt sich also mit diesen F1-Hybriden nicht vereinen. Sollte es die Saatgutbetriebe nicht mehr geben, kann niemand mehr Tomaten anbauen, weil die F1-Hybriden alle unfruchtbar sind. Du kannst natürlich die Samen aussäen. Kannst du aber auch lassen. So weit, so schlecht.

Es gibt natürlich auch Alternativen. Diese Sorten nennt man auch samenfest: ihre Samen sind fruchtbar. Ihre Nachkommen sind nicht einheitlich und unterliegen eben biologischen Schwankungen. Sie sind häufig etwas weniger resistent gegen Schädlinge und Krankheiten und man muss sie etwas genauer beobachten, um ihre Ansprüche erfüllen zu können. Das Gärtnern mit ihnen ist etwas abenteuerlicher und unberechenbarer.
Im Prinzip ist es ganz einfach: Besorge dir eine samenfeste Frucht und schmeiß den Samen nicht auf den Kompost, sondern stecke ihn in die Erde. Eine samenfeste Frucht erkennt man wohl am besten daran, dass man den Bauern kennt und ihm vertraut. Ich hoffe, du hast jetzt nicht auf ein leichteres Merkmal gehofft.
Es gibt auch Samenhandlungen, bzw. Onlineshops, die ganz bewusst auf samenfeste Sorten setzen (siehe Bezugsquellen). Vielleicht für den Anfang das Beste? Und: Ja, die Auswahl ist weitaus geringer. Das liegt eben daran, das man mit Hilfe von Gentechnik so schön einheitliche F1-Hybriden erhalten kann…

So, und nun ist also die Frage nach dem Kürbis im Hinterhof eine politische geworden. Was machst du draus?

Wo bekomme ich Samen, Pflanzen und Tüddelüt her?

Ich lebe in nicht wirklich in einer Einkaufsmetropole. Beispielsweise muss ich für Schreibwaren, die das Spektrum reinen Schulbedarfs sprengen, in Nachbarstadt. So ähnlich – genauer betrachtet: noch schlimmer – sieht es mit Gartenbedarf aus. Und dort bekomme ich zwar irgendwas, aber meist nicht wirklich genau das, was ich wirklich wollte. Bis zu einem wirklich schönen Gartencenter bin ich 30 Minuten unterwegs. Dennoch fahre ich ab und zu sehr gern, denn ich mag es, Dinge in die Hände nehmen und von allen Seiten ansehen zu können.
Schöne Pflanzen kann ich auch auf dem Wochenmarkt bekommen. Allerdings ist die Auswahl sehr gering. Kleinstadtwochenmarkt. Dass ich dann auch noch samenfeste Sorten haben möchte, macht es nicht einfacher.
Internetversand ist tatsächlich eine echte Alternative. Für Gegenstände ist das gar kein Problem, aber ich habe mir auch schon mal Pflanzen und Samen schicken lassen und war sehr angetan von der Qualiät. Auch können Internethändler natürlich eine weitaus größere Auswahl bereit halten, sodass es leichter ist, wirklich das Gewünschte zu bekommen. Da ich aber gerade mit Onlineshops für samenfeste Sorten noch so gar keine Erfahrungen habe, gibt es hier erst einmal nur den Link auf die Bezugsquellen von Bantam. Ist auch sonst eine lesenswerte Seite.

Einiges gibt es natürlich kostenlos im Abfall. Chili- und Parikasamen landen ja regelmäßig im Müll. Einen alten Plastik-Schnellhefter kannst du in Streifen schneiden, mit einem Folienstift beschriften und damit dann die Pötte beschriften. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, du brauchst nur Glück, dass Dinge auftauchen, die du gebrauchen kannst. Statt eines edlen Soil Scoops nimmst du eben einen alten Esslöffel. Irgendwer hat noch einen riesigen Pott stehen, der für Kürbisse toll geeignet ist und ihm nur Platz wegnimmt. Oder man zweckentfremdet Dinge. Ich bin gerade dabei, aus einem Wäschekorb und einer Salatschüssel einen schön großen Pflanzkübel mit Bewässerung zu bauen. Kostet unter 9€. Falls es klappt, gibt es Fotos. Versprochen.

Nachtrag: Die Anleitung zum Kübel findest du hier, die zu einem noch einfacheren und billigeren hier.

Nachtrar zwo: Die blöden Folienstifte sind nicht lichtecht. Ich hatte lauter leere Plastikstreifen in meinen Kübeln. Arrgh.