Sciencs Slam gegen Schnecken!!

Santiago_de_Cmpostela._Lesma_07Ich war gestern auf dem Science Slam in der Kieler Pumpe. (Kurze Gedankennotiz für’s nächste Jahr: Frau, sei so früh da, dass du auch einen Stuhl abbekommst!) Einer der Beiträge – nennt man die dann Slams? – ging über Arion lusitanicus, die Spanische Wegschnecke. Angeblich gibt es davon 12 Exemplare pro Quadratmeter. Und ich hatte tatsächlich geglaubt, ich hätte viele in meinem Hof!

Also, die nette Arion, die Salat mag und Patissons und Gurken und die ich nicht mag, wird von mir durch Ignorieren bekämpft. Nicht sehr effektiv, das gebe ich zu. Schneckenkorn habe ich auch schon versucht, aber das schmeckt anscheinend längst nicht so gut wie meine Pflanzen. Wenn ich einen doofen Nachbarn hätte, könnte ich sie ja sammeln und in seinen Garten werfen.

Arion_vulgaris_03

Auf dem Science Slam war eine junge Frau, die einen Anstrich entwickelt hat, der alles so beschichtet, dass Arion nicht daran kleben kann. Himmlische Aussichten: Ich könnte meine Kübel mit dem Zeugs bepinseln und dann tatsächlich Kürbis ernten. Das Zeugs ist noch nicht auf dem Markt, aber träumen können wir doch schon mal: Schnexagon.

Advertisements

Tomatenkunde

tomateIch war gestern in der Staudengärtnerei Bornhöved zu einem Vortrag über Tomaten. Interessante Info, leckere Verkostung, nette Lokation. Besonders von letzterem war ich doch überrascht. So direkt an der B430 gelegen ist es teilweise etwas laut – aber seltsamerweise stört das gar nicht im Garten. Dort gibt es übrigens auch schattige Plätze, an denen man Kaffee, Kuchen, Limo zu sich nehmen kann.

Aber Tomaten: Der Deutschen liebste Frucht mit 17kg Pro-Kopf-Verzehr im Jahr. Damit komme ich bestimmt nicht hin. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass man mindestens eine Tomate am Tag essen solle, weil sie Serotonin (das Glückshormon) enthielten. Da mag was dran sein – ich bin jedenfalls sehr glücklich, dass ich derzeit täglich auf meine Terrasse gehe und Tomaten naschen kann. 😉

Eigentlich mache ich alles falsch, so der Vortrag. Alle Tomaten, außer Wildtomaten, die harte Schalen haben und wenig ertragreich sind, bräuchten alle Tomaten unbedingt einen Regenschutz. Witzigerweise habe ich das gestern einfach so geschluckt, ohne weiter zu hinterfragen. Bin wohl davon ausgegangen, dass die zarten Pflanzen vor dem herunterprasselnden Regen geschützt werden sollen. Dem ist wohl nicht so, habe ich heute morgen feststellen müssen. Da hatte ich gestern nun gelernt, dass die Blätter so weit ausgebrochen werden sollten, dass der Wind durchstreichen kann, denn sonst wären es ideale Bedingungen für Krautfäule. Also bin ich heute morgen noch im Nachthemd auf meine Terrasse, um meine Pflanzen zu begrüßen und habe an den Tomaten herumgezuppelt. Dazu drehte ich die Kübel auch – und fand alles voll verschimmelter, welker, teilweise brauner Blätter. Tja, das ist dann wohl Krautfäule. Habe jetzt alles, das irgendwie befallen aussah, entfernt und hoffe das Beste.
Habe dann gleich die Kartoffeln in Verdacht gehabt und den leider bestätigt gefunden. Die fliegen raus und dürfen nächstes Jahr nicht wieder kommen. Tomaten machen viel glücklicher als Kartoffeln…
Jedenfalls fand ich auf Wikipedia s.v. Phytophthora infestans (dem Erreger der Krautfäule) dann: „Effektiv lässt sich Phytophthora durch Überdachen der Pflanzen gegen Regen und das Vermeiden von nassen Blättern beim Gießen verhindern. Grund hierfür ist, dass der Erreger zur Keimung flüssiges Wasser braucht.“ Da muss ich mir für nächstes Jahr dann mal Gedanken machen, inwieweit ich doch für einen Regenschutz sorgen kann, ohne dass meine Dachterrasse verschandelt wird. Oder eben mehr und früher Blätter auszuppeln und die Kübel weniger dicht stellen? So dass der Wind die Blätter schnell wieder trocken pusten kann?

Ich habe zwei Sorten Tomaten für das nächste Jahr vorbestellt: Sakura, eine japanische Sorte. „Sakura“ hieß ein Lied, das ich während der Schulzeit lernen musste – auf japanisch. Jedenfalls lässt es sich so leicht merken, dass Sakura eine Cherrytomate ist, denn es war ein Lied zum Kirschblütenfest. Und dann die Vierländer Platte, eine recht kleine Fleischtomate. Beide ausgesprochen lecker. Und dann will ich noch eine Wildtomatensorte erwischen. Pflegeleichte Minitomätchen klingen doch ganz nach mir…

Und jetzt mache ich mich an die Tomatenanleitung (danach dann an die der Kartoffeln) und aktualisiere, damit ich nächstes Frühjahr nicht das ganze Blog durchstöbern muss, sondern alles Wichtige auf einer Seite finde.

So’n Schiet – mein Dünger schimmelt

Dass Festdünger sich zersetzen muss, um die organischen Stoffe den Pflanzen zugänglich zu machen – das sehe ich ja ein. Aber schimmeln?! Jedes Düngerpellet war von einer grauen, flauschigen Schimmelschicht umgeben. Also die betroffene Erdschicht aus den Kübeln wieder herausgeholt, den Pflanzen dabei gut zugeredet und dann mit frischer Erde neu aufgefüllt. Ohne Dünger. Ich trau mich nicht…

Ansonsten gibt es nur Gutes zu berichten: Es gedeiht. Sogar die Zitronenverbene, von der ich dachte, dass sie längst eine Leiche wäre, treibt zarte Blättchen. Die Erdbeeren muckern so vor sich hin, aber das sind die einzigen Pflanzen, denen der Frühling nicht zu Saft und Kraft verhilft.
Auch im Haus treiben die Bohnen, die Silberhirse, die Erbsen… Die Tomaten und Chilies möchten allmählich raus. Ich habe mir nur noch nicht überlegt, ob ich die Tomaten gleich in einen Kübel und also ganz nach draußen setze, oder doch lieber in einen mittelgroßen Pott, der in mein Foliengewächshaus passt. Letzteres scheint doch tomatenfreundlicher zu sein.